Tahiti-Perlen in der Krise: Exporte brechen um 62 % ein

Sturzflug der Zuchtperlen: Dramatischer Einbruch der Exporte

Die aktuellen Daten des ISPF, basierend auf Zahlen der Zolldirektion, offenbaren einen drastischen Rückgang der polynesischen Exporte im vierten Quartal 2024: Ein Wertverlust von 62% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Jahresvergleich beträgt der Einbruch 47% – ein schwerer Schlag für die Wirtschaft Polynesiens.

Perlenindustrie im freien Fall
Als historisches Exportstandbein zeigt die Perlenbranche die deutlichsten Verluste:

  • Rohperlen: -69% im Wert, -49% im Volumen
  • Durchschnittspreis: Nur noch 700 F.CFP pro Gramm (-39% zum Vorjahr)
  • Jahresbilanz: -59% im Wert, -52% im Volumen

Vanille und Noni: Lichtblicke in der Krise
Während die meisten Sektoren leiden, verzeichnen einige Agrarprodukte überraschende Zuwächse:

  • Vanille: +76% Wert, +50% Volumen (59.000 F.CFP/kg)
  • Noni: +64% Wert, +50% Volumen

Dagegen kämpfen andere traditionelle Exportgüter:

  • Kopraöl: Leichter Wertanstieg (+33%) bei sinkenden Mengen (-21%)
  • Monoï & Perlmutt: Wertrückgänge um 41% bzw. 26%

Importe: Gesamtstabilität mit Schieflagen
Die zivilen Importe zeigen zwar Stabilität, doch die Branchenentwicklungen divergieren stark:

  • Investitionsgüter: +26% Wert (Unternehmensimporte +6%)
  • Vorprodukte: -12% Wert trotz höherer Mengen (+37%, u.a. durch Zementkäufe)
  • Privathaushalte: Leichter Rückgang (-2% Wert, -3% Volumen)
  • Automobilmarkt: Einbruch um 30% im Wert

Energiesektor: Günstige Preise, steigender Verbrauch
Trotz 14% höherer Importmengen sank der Wert von Erdölprodukten um 14%. Im Jahresvergleich:

  • Leichter Wertanstieg (+3%)
  • Durchschnittspreis pro Kilo bei 100 F.CFP (-24%)

Die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild der polynesischen Wirtschaft, die nach wie vor zu stark von der Perlenindustrie abhängt.

(Quellen: ISPF, Zolldirektion)

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